Die Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutz haben in Deutschland eine sehr große Bedeutung. Es ist hierzulande wichtig und zudem gesetzlich geboten, Arbeitnehmer während ihrer Arbeit durch Präventionsmaßnahmen vor Unfällen und anderen Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit zu bewahren.

Doch was beinhaltet dies und wie lässt sich der Arbeitsschutz in einem Büro umsetzen?

Genau diese Fragen werden in unserem Ratgeber nun etwas genauer unter die Lupe genommen, so dass Interessierte sich ein Bild von nötigen Maßnahmen machen können.

Das Arbeitsschutzgesetz – die rechtliche Seite

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Grundpfeiler der rechtlichen Bestimmungen für die Arbeitssicherheit, die jeder Betrieb entsprechend der branchenspezifischen Besonderheiten einhalten muss. Darin geht es vor allem um folgende Aspekte:

  • Gefährdungsbeurteilung: In § 5 ArbSchG ist von der Pflicht des Arbeitgebers zur Beurteilung potenzieller Gefahren bei bestimmten Tätigkeiten im Betrieb die Rede. Als Inhaber eines Büros muss also vor allem sichergestellt werden, dass der Arbeitsplatz sicher und nicht gesundheitsgefährdend gestaltet wird. Zudem müssen Maschinen Geräte so zu bedienen sein, dass sich hieraus keine Gefährdung ergibt. Das Zusammenwirken von Arbeitszeit und Arbeitsabläufen kann ebenfalls zu Gefährdungen führen und psychische Belastungen sin bestmöglich auszuschließen. Auch mangelnde Qualifikation und Unterweisung zieht mitunter Risiken nach sich.
  • Überprüfungspflicht: Nach §3 ArbSchG muss der Arbeitgeber die getroffenen Präventionsmaßnahmen zudem regelmäßig prüfen und bei Bedarf verbessern. Darüber hinaus sind entsprechende Beurteilungen und Überprüfungen nach §6 ArbSchG zu dokumentieren.
  • Unterweisungspflicht: Nach §12 ArbSchG hat der Arbeitgeber seine Mitarbeiter zudem bei der Einstellung und auch bei Veränderungen im Tätigkeitsfeld angemessen zu unterweisen. Veränderungen können dabei sowohl technische Neuerungen als auch Versetzungen in andere Abteilungen darstellen.

Darüber hinaus spielt auch die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) eine große Rolle in Büroräumen. Diese legt unter anderem fest, welche Räumlichkeiten neben dem Arbeitsraum zur Verfügung stehen müssen:

  • Pausenräume
  • Sanitärräume (WC)

Darüber hinaus werden grundlegende Regeln für:

  • den Nichtrauchschutz
  • die Brandvermeidung und Bekämpfung
  • Raumtemperatur
  • Lüftung
  • Fluchtwege
  • Beleuchtung
  • Fenster

festgelegt. Auf diese Weise muss jeder Büroinhaber eine ganze Reihe von Vorschriften beachten, um letztlich die Arbeitssicherheit gewährleisten zu können.

Die Bildschirmarbeitsverordnung – besonders im Bürobetrieb sehr wichtig

Die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) ist eine Konkretisierung des Arbeitsschutzgesetzes für die besonderen Anforderungen an den Arbeitsschutz bei Bildschirmarbeitsplätzen. Dabei werden unter anderem die folgenden Aspekte genauer angesprochen:

  • Individuelle Einstellbarkeit des Bildschirms (Neigen, drehen, Kontrast)
  • Reflexionsfreiheit des Bildschirms
  • Ergonomie der Tastatur (neigbar, anpassbar)
  • Variable Anordnungsmöglichkeit der Arbeitsmittel wie Tastatur und Maus
  • Ergonomie von Arbeitstisch und Bürostuhl

Darüber hinaus hat der Arbeitgeber vor allem in Bezug auf Risiken körperlicher Beeinträchtigungen (Rücken) sowie die Augengesundheit zu achten. So schreibt §6 BildscharbV vor, dass regelmäßig Augenuntersuchungen angeboten werden müssen und Sehhilfen vom Arbeitgeber zu zahlen sind. Ein weiterer wichtiger Punkt sind Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit von Arbeitnehmern infolge der Bildschirmarbeit. So sollten die Arbeitsabläufe zum Beispiel so gestaltet werden, dass regelmäßige Pausen möglich sind.

Wie lässt sich die Arbeitssicherheit durch Equipment erhöhen?

Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften kann es auch sinnvoll sein, bestimmtes Equipment für die Sicherheit im Büro bereitzuhalten. Auch wenn ein Büro grundsätzlich nicht unbedingt als gefährlicher Arbeitsplatz gilt, passieren doch immer wieder einmal kleinere Unfälle. Hierfür sind folgende Hilfsmittel sehr sinnvoll:

  • Betriebsverbandskasten: Ein Betriebsverbandskasten, der alle Voraussetzungen der DIN 13157 erfüllt, kann in vielen Fällen eine große Hilfe darstellen. So kommt es mitunter vor, dass man sich im Büro in den Finger schneidet oder an heißen Flüssigkeiten wie Kaffee oder Tee verbrüht. Mit einem entsprechenden Verbandskasten lassen sich die schlimmsten Folgen sofort lindern. Eine ärztliche Untersuchung ersetzt dies jedoch nur in sehr harmlosen Fällen.
  • Ersatzfüllungen: Verbandskästen und Erste-Hilfe-Koffer müssen regelmäßig ausgewechselt werden, da sie nur eine begrenzte Haltbarkeit aufweisen. Zu diesem Zweck ist es jedoch nicht immer erforderlich, den kompletten Kasten auszuwechseln. Mittlerweile werden auch komplette Ersatzfüllungen zur Verfügung gestellt. Diese enthalten alle Komponenten, die zur Nutzung erforderlich sind.
  • Schutzbrillen: Sollte sich das Büro in einem Betrieb mit Gefahrenstoffen befinden, besteht mitunter in gewissen Bereichen die Pflicht, eine Schutzbrille zu tragen. Die Brillen schützen vor Hitzestrahlung, langer Sonnenstrahlung, Blendung und sogar vor mechanischen Stößen.
  • Schutzmasken: In Labors, der pharmazeutischen Industrie und auch vielen anderen Industriebereichen kann auch das Tragen einer Schutz- und Atemmaske wichtig werden. Diese schützen vor Feinstaub, giftigen Substanzen oder Ansteckungen mit Krankheiten von Patienten. Hierbei handelt es sich jedoch eindeutig um Sicherheitsequipment, welches auf bestimmte Branchen beschränkt ist.
  • Verbandbuch: Genossenschaftliche Bestimmungen machen es erforderlich, Maßnahmen der ersten Hilfe im Betrieb schriftlich festzuhalten und mehrere Jahre aufzubewahren. Mit einem Verbandbuch stellt dies kein Problem dar, denn es enthält bereits die nötige Bedruckung, um alles übersichtlich eintragen zu können.
  • Löschdecke: Auch wenn neuere Studien ergeben haben, dass Löschdecken zum Ablöschen von Fettbränden in Küchen nur bedingt geeignet sind, können sie in einem Büro nützliche Helfer darstellen. Entstehungsbrände lassen sich damit in der Anfangsphase sehr gut in den Griff bekommen, während ein bereits ausgebreitetes Feuer nur noch mit dem Feuerlöscher oder professionellem Equipment der Feuerwehr zu bekämpfen ist.

Neben den hier genannten Ausrüstungsgegenständen gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, das Equipment für die Arbeitssicherheit zu verbessern. Was sich im Einzelfall eignet, ist je nach Branche und individuellen Gegebenheiten im jeweiligen Betrieb recht unterschiedlich. Grundsätzlich gilt jedoch die Devise, dass zu viel Equipment immer besser als ein Mangel im Falle des Falles.

Arbeitssicherheit / Arbeitsschutz – Fazit:

Die Arbeitssicherheit ist ein Thema, mit dem sich jedes Unternehmen beschäftigen muss, dass Mitarbeiter beschäftigt. Ob nun Fabrikhalle, Labor oder Büro – überall lauern Gefahrenquellen, die identifiziert werden müssen. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, präventive Maßnahmen zur ergreifen, um die Gesundheit der Mitarbeiter bei Ausübung ihrer beruflichen Pflichten nicht zu gefährden. Ferner besteht die Option, mittels Equipment für weitere Verbesserungen der Arbeitssicherheit zu sorgen.

Ob nun Verbandskästen, Schutzmasken oder Löschdecken – je nach Betrieb können entsprechende Gegenstände mehr als hilfreich sein. Wer diese Aspekte bedenkt, dürfte letztlich in punkto Arbeitssicherheit auch buchstäblich auf der sicheren Seite sein.

Arbeitssicherheit

Quelle: Ihr Online-Büromarkt bueromaterialien.net