Wer im Büroalltag bestimmtes Papier benötigt, verwendet dabei oftmals Begriffe wie DIN-A4 oder DIN-A3. Diese Bezeichnungen stehen für Normen, die als freiwilliger Standard vom DIN Deutschen Institut für Normung e. V. im Prozess der Normung erarbeitet werden. Doch was verbirgt sich genau hinter DIN-Normen und seit wann existieren diese überhaupt?

Diesen Fragen widmet sich unser Ratgeber nun etwas ausführlicher.

Was sind DIN-Normen genau und seit wann existieren diese?

DINDIN-Normen sind Standards, die vom DIN Deutsches Institut für Normung e. V. erarbeitet werden und für sich oftmals den Anspruch erheben, den momentan sicheren Stand der Technik abzubilden. Diese Normen sind freiwillige Standards, die das allgemeine Wirtschaften deutlich erleichtern. Trotzdem besteht bei weitem nicht für alle DIN-Normen eine Verpflichtung zur Nutzung. Oftmals nutzt der Gesetzgeber allerdings DIN-Normen, um damit Mindeststandards für Produkte festzulegen. Auf diese Weise kann also auch die Anwendung einer DIN-Norm zur gesetzlichen Verpflichtung werden.

Die erste DIN-Norm wurde 1918 für Kegelstifte ins Leben gerufen und deren Zahl steigerte sich bis zum Jahr 2012 auf über 33.000. Im Zuge der Internationalisierung werden auch immer mehr DIN EN (europäische Normen) und DIN ISO (internationale Normen) aufgenommen. Die Normen erfahren zudem alle 5 Jahre eine Überprüfung auf ihre Aktualität und können auch wieder entfernt werden, wenn sie nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

DIN-Normen – Die wichtigsten Punkte im Überblick:

– DIN-Normen sind freiwillige Standard, die den Stand der Technik und Wissenschaft abbilden sollen.

– Die Nutzung einer DIN-Norm ist nicht per se gesetzlich verpflichtend.

– Der Gesetzgeber nutzt die DIN-Normen häufig, um Mindeststandards festzulegen.

– DIN-Normen können heute oft aus europäischen Normen (DIN EN) oder internationalen Normen (DIN ISO) übernommen werden.

– Eine DIN-Norm hat nicht für die Ewigkeit Bestand, sondern wird alle 5 Jahre auf ihre Aktualität überprüft.

Welche DIN-Normen sind heute im Büroalltag interessant?

Am bekanntesten dürften die DIN-Normen auch heute noch im Bereich der Papierformate sein. Die DIN-Norm DIN 476 vom deutschen Ingenieur Walter Porstmann wurde mittlerweile in viele Länder übertragen und findet in der internationalen Norm EN ISO 216 seinen Niederschlag. Der Grundgedanke der Papierformate lag darin, immer das gleiche Verhältnis zwischen Breite und Höhe zu verwenden:

1:√2

Demnach wird für je 1 cm Breite 1,414 cm Höhe verwendet. Das bekannteste Format stellt dabei das DIN A4 Format dar, welches eine Breite von 210 mm und eine Höhe von 297 mm aufweist. In der Norm werden die verschiedenen Formate mit Klassen von 1-10 in ihrer Größe aufsteigend durchnummeriert und mit 4 Reihen (A-D) näher spezifiziert.

Die folgende Tabelle zeigt alle Formate genauer auf:

Klasse Reihe A Reihe B Reihe C Reihe D Benennung
DIN…0 841 × 1189 1000 × 1414 917 × 1297 771 × 1091 Vierfachbogen
DIN…1 594 × 841 707 × 1000 648 × 917 545 × 771 Doppelbogen
DIN…2 420 × 594 500 × 707 458 × 648 385 × 545 Bogen
DIN…3 297 × 420 353 × 500 324 × 458 272 × 385 Halbbogen
DIN…4 210 × 297 250 × 353 229 × 324 192 × 272 Viertelbogen
DIN…5 148 × 210 176 × 250 162 × 229 136 × 192 Achtelbogen
DIN…6 105 × 148 125 × 176 114 × 162 96 × 136 Halbblatt
DIN…7 74 × 105 88 × 125 81 × 114 68 × 96 Viertelblatt
DIN…8 52 × 74 62 × 88 57 × 81 Achtelblatt
DIN…9 37 × 52 44 × 62 40 × 57
DIN…10 26 × 37 31 × 44 28 × 40

Tabelle 1: Papierformate nach DIN 476, Quelle: wikipedia.de

Die Klasse 2 (Bogen) soll dabei ungefähr die Größe eines Quadratmeters aufweisen, was aufgrund von Rundungsdifferenzen jedoch nicht ganz stimmt.

Daneben gibt es natürlich auch noch andere DIN-Normen, die im Büroalltag interessant sein könnten. Im Folgenden einige Beispiele:

– Die DIN EN ISO 9000 Norm und weitere gelten für ein Qualitätsmanagement, welches heute gerade in Dienstleistungsunternehmen immer wichtiger wird. Diese Norm betrifft somit auch die Mitarbeiter in einem Büro.

– Die Norm DIN 33871 beschäftigt sich mit der Aufbereitung von Tonermodulen, was in vielen Büros aufgrund der großen Verbreitung von Laserdruckern ebenfalls interessant sein dürfte.

Welche Vorteile bieten DIN-Normen im wirtschaftlichen Alltag?

Normen sind ganz grundsätzlich wichtig, um sich auf Dinge einige zu können. Bei vielen natürlichen Gegenständen funktioniert dies sehr einfach. Kompliziert wird es jedoch immer dann, wenn es um hergestellte Produkte oder Dienstleistungen geht. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

1. Fall: Wenn eine Frau auf dem Markt Erdbeeren kaufen möchte, ist dies sehr einfach, denn wir haben uns allgemein darauf geeinigt, eine bestimmte Frucht Erdbeere zu nennen.

2. Fall: Die Frau muss auch noch ihren Bürostuhl reparieren, bei dem eine Schraube abgebrochen ist. In diesem Fall kann sie nicht einfach in ein Geschäft gehen und mitteilen, dass sie eine Schraube für ihren Bürostuhl benötigt. Es gibt zu viele verschiedene Schrauben in zu vielen Größen. Zahlreiche DIN-Normen sorgen dafür, dass es gewisse einheitliche Größen-Kategorien gibt und beispielsweise eine Senkschraube mit Nase und Mutter nach DIN 604 immer nahezu gleiche Merkmale aufweist. Somit lässt sich bei Angabe der Maße und der Produktbezeichnung tatsächlich die richtige Schraube finden.

Werden bestimmte Komponenten in Autos oder Haushaltsgeräten nach DIN-Normen hergestellt, ist eine Reparatur durch passende Ersatzteile deutlich einfacher. Darüber hinaus sind DIN-Normen auch für die Planung von Produkten und die Definition von Mindestanforderungen an die Sicherheit dieser Produkte wichtig. Gerade in diesem Bereich nutzt auch der Gesetzgeber Normen sehr stark. So müssen zahlreiche Produkte gewisse Mindestanforderungen in punkto Sicherheit erfüllen, um für den Markt zugelassen zu werden.

Die wichtigsten Vorteile von DIN-Normen im Überblick:

– Hergestellte Produkte können durch DIN-Normen standardisiert werden.

– Durch die Standardisierung wird der Kauf von Einzelkomponenten zur Reparatur deutlich vereinfacht.

– Zulieferer können genormte Produkte herstellen und an verschiedene Hersteller verkaufen.

– Sicherheitsstandards lassen sich an DIN-Normen festmachen.

Die Vorteile von DIN-Normen und EN sowie ISO-Normen für die Wirtschaft sind wirklich sehr vielfältig und sorgen dafür, dass einzelne Komponenten für komplette Produkte überhaupt von mehreren Unternehmen hergestellt werden können. Darüber hinaus ist auch der Aspekt der Sicherheit ein sehr wichtiger Faktor.

Fazit
DIN-Normen sind auch im Büroalltag heute allgegenwärtig. Ob nun in Form von Papierformaten, Brandschutzbestimmungen oder Festlegungen für ein Qualitätsmanagement. Die Normierung und Standardisierung vieler Produkte und Abläufe sorgt dafür, dass in den Bereichen B2B und auch B2C überhaupt ein vernünftiger Handel möglich ist. Die heutige Komplexität im Bereich der Produkte und Einzelkomponenten ist einfach so groß, dass es gewisser Standards in Bezug auf die Beschaffenheit von Erzeugnissen benötigt. Dies vereinfacht den Büroalltag zwar nur marginal, ist für die gesamte Wirtschaft allerdings entscheidend.

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